By the Logami team. Built by German teachers, in the format of the official Goethe-Zertifikat C1 oral exam.
The speaking exam is the hardest part to prepare for on your own. You cannot rehearse a conversation alone, and many practice materials give you the task but not what a good answer sounds like. This page shows you both.
Below are three complete Goethe-Zertifikat C1 Sprechen samples. Each one has the exam sheets laid out like the real papers, a model dialogue between two candidates for every part, the phrases that carry the conversation, and a short tip for each part.
The Goethe-Zertifikat C1 oral exam at a glance
20 min
Preparation time
~20 min
Exam time
100
Points in total
60
Points to pass (60%)
Two parts
- Teil 1Vortrag haltenGiving a talk
Each of you picks one of two current questions and gives a well-structured five-minute talk that covers four given points. Then your partner and an examiner ask questions (12 of the 52 points).
about 14 min · 52 points
- Teil 2Diskussion führenHolding a discussion
You discuss a situation from everyday life, backed by a short news item, and agree on arguments, for example for a conversation with a friend.
about 5 min · 32 points
What the examiners score
Erfüllung
Task completion
Content and scope: did you cover all four points and use the right functions (arguing, agreeing)?
Kohärenz / Interaktion
Coherence / interaction
Teil 1: a clear structure, linked sentences and natural fluency. Teil 2: steering the conversation, reacting and using the right register.
Wortschatz
Vocabulary
A broad, precise range of words and idioms with only occasional slips.
Strukturen
Grammar
A broad range of complex structures that rarely break down.
Aussprache
Pronunciation
Sentence melody, word stress and sounds across both parts: up to 16 of the 100 points.
How to read the model dialogues
Candidate A speaks on the left, candidate B on the right, and the examiner's lines sit in the middle. The dialogues show what a good performance at this level looks like: clear, natural German that does exactly what the task asks, with both candidates reacting to each other.
Phrases marked like this are reusable. They work with almost any topic, so learn them as whole chunks and you will have something ready to say in your own exam. All topics, people and news items are our own and were written for practice.
The Goethe-Zertifikat C1 sample exams
Muster 1. Talks on lowering the voting age to 16 and on a cashless society, then a discussion about a friend who wants to quit his job for a sabbatical.
Muster 1 · Teil 1
Muster 1, Teil 1: Vortrag halten
Giving a talk · about 14 min · 52 points
Model dialogue
Examiner
Guten Tag und herzlich willkommen. Wir beginnen mit Teil 1. Inés, welches Thema haben Sie gewählt? Bitte beginnen Sie.
Inés · Candidate A
Ich habe mich für die Frage entschieden, ob das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt werden sollte. Diese Frage wird gerade in vielen Ländern kontrovers diskutiert. Ich werde zunächst ein Beispiel nennen, dann die wichtigsten Argumente abwägen, anschließend auf die Rolle der Schule eingehen und mit einem Vorschlag schließen.
Inés · Candidate A
Ein bekanntes Beispiel ist Österreich, wo Jugendliche schon seit vielen Jahren ab 16 an allen Wahlen teilnehmen dürfen. In Deutschland ist das bisher nur bei der Europawahl und bei einigen Landtagswahlen möglich. Für ein Wahlrecht ab 16 spricht vor allem, dass politische Entscheidungen von heute die Zukunft der jungen Generation am stärksten betreffen, man denke nur an Klimaschutz oder Renten. Wer mit 16 eine Ausbildung beginnt und Steuern zahlt, sollte auch mitbestimmen dürfen. Die Gegner wenden ein, dass Jugendliche leichter zu beeinflussen seien, etwa durch soziale Medien. Dieses Argument überzeugt mich nur bedingt, denn manipulierbar sind Erwachsene ebenso.
Inés · Candidate A
Entscheidend ist meiner Meinung nach die Rolle der Schule. Politische Bildung darf sich nicht auf das Auswendiglernen von Institutionen beschränken; die Jugendlichen müssen lernen, Wahlprogramme zu vergleichen und Quellen kritisch zu prüfen. Mein Vorschlag wäre daher, das Wahlalter zu senken und gleichzeitig in den letzten Schuljahren ein Pflichtfach einzuführen, in dem aktuelle politische Fragen diskutiert werden. Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Wahlrecht ab 16 kann die Demokratie stärken, aber nur, wenn die Bildung mitwächst. Vielen Dank.
Examiner
Vielen Dank. Kofi, haben Sie Fragen an Inés?
Kofi · Candidate B
Ja, vielen Dank für den klaren Vortrag. Du hast gesagt, dass auch Erwachsene manipulierbar sind. Gibt es nicht trotzdem einen Unterschied in der Lebenserfahrung, der eine Rolle spielt?
Inés · Candidate A
Das ist eine berechtigte Frage. Natürlich haben Erwachsene mehr Lebenserfahrung. Es gibt aber Hinweise darauf, dass Jugendliche, die früh wählen dürfen, auch später häufiger wählen gehen. Insofern wäre ein frühes Wahlrecht eine Investition in die Zukunft.
Examiner
Wie ist das in Spanien geregelt?
Inés · Candidate A
In Spanien darf man erst ab 18 wählen. Die Debatte gibt es dort zwar auch, aber sie ist weniger präsent als in Deutschland.
Examiner
Danke. Kofi, nun bitte Ihr Vortrag.
Kofi · Candidate B
Mein Thema lautet: Brauchen wir noch Bargeld? Als ich nach Deutschland kam, war ich überrascht, wie oft man hier noch bar bezahlt, sogar bei größeren Beträgen. In Ghana dagegen bezahlen viele Menschen längst mit dem Handy. Ich möchte zunächst ein Beispiel aus einem anderen Land geben, dann Argumente für und gegen eine bargeldlose Gesellschaft vergleichen, auf mein Heimatland eingehen und mit einem Ausblick schließen.
Kofi · Candidate B
Schweden gilt als Vorreiter: Dort akzeptieren viele Geschäfte überhaupt kein Bargeld mehr. Die Vorteile liegen auf der Hand: Digitales Bezahlen ist schnell und bequem, und Schwarzarbeit sowie Steuerbetrug werden erschwert. Auf der anderen Seite gibt es ernst zu nehmende Einwände. Wer nur digital bezahlt, hinterlässt Daten über jeden Einkauf. Zudem sind ältere Menschen oder Menschen ohne Bankkonto benachteiligt. Und bei einem Stromausfall oder einem Cyberangriff steht im schlimmsten Fall das ganze Zahlungssystem still.
Kofi · Candidate B
In Ghana hat das mobile Bezahlen übrigens gerade Menschen ohne Bankkonto geholfen, am Wirtschaftsleben teilzunehmen; dort war das Handy also eher ein Mittel gegen Ausgrenzung. Daran sieht man, dass die Antwort stark vom Kontext abhängt. Was die Zukunft betrifft, gehe ich davon aus, dass der Anteil des Bargelds weiter sinken wird. Ich halte es aber für richtig, dass Bargeld als Option erhalten bleibt, solange nicht alle Menschen gleichen Zugang zu digitalen Zahlungsmitteln haben. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Examiner
Vielen Dank. Inés, Ihre Fragen bitte.
Inés · Candidate A
Danke, Kofi. Mich hat überrascht, dass mobiles Bezahlen in Ghana gegen Ausgrenzung hilft. Wie funktioniert das genau, wenn jemand kein Bankkonto hat?
Kofi · Candidate B
Man braucht nur eine Handynummer. Das Geld wird bei kleinen Händlern eingezahlt und auf dem Handy gespeichert, und dann kann man damit bezahlen oder es an die Familie schicken. Das hat vieles erleichtert, vor allem auf dem Land.
Examiner
Würden Sie selbst ganz auf Bargeld verzichten?
Kofi · Candidate B
Im Alltag fast ja. Aber ich habe immer etwas Bargeld dabei, für den Notfall. Das habe ich mir in Deutschland angewöhnt.
Useful phrases for Teil 1
Structuring a 5-minute talk
- Ich habe mich für die Frage entschieden, ob …I chose the question of whether …
- … wird gerade kontrovers diskutiert.… is currently the subject of heated debate.
- Ein bekanntes Beispiel ist …A well-known example is …
- Für … spricht vor allem, dass …The main argument for … is that …
- Die Gegner wenden ein, dass …Opponents object that …
- Dieses Argument überzeugt mich nur bedingt, denn …That argument only partly convinces me, because …
- Entscheidend ist meiner Meinung nach …In my view, the decisive factor is …
- Was die Zukunft betrifft, gehe ich davon aus, dass …As for the future, I expect that …
- Zusammenfassend lässt sich sagen: …In summary: …
Questions and answers
- Gibt es nicht trotzdem …?Isn't there still …?
- Das ist eine berechtigte Frage.That's a fair question.
- Mich hat überrascht, dass …I was surprised that …
- Insofern wäre …In that respect, … would be …
Muster 1 · Teil 2
Muster 1, Teil 2: Diskussion führen
Holding a discussion · about 5 min · 32 points
Model dialogue
Examiner
Vielen Dank. Kommen wir zu Teil 2. Ein gemeinsamer Freund möchte seine sichere Stelle kündigen, um ein Jahr lang zu reisen. Bitte diskutieren Sie.
Kofi · Candidate B
Ehrlich gesagt kann ich ihn gut verstehen. Er arbeitet seit Jahren sehr viel, und so eine Reise ist eine einmalige Erfahrung. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Inés · Candidate A
Ich verstehe den Wunsch auch, aber ich halte es für riskant, die Stelle einfach zu kündigen. Wie im Artikel steht, muss er nach der Rückkehr erst einmal eine neue Stelle finden, und das kann dauern.
Kofi · Candidate B
Das stimmt, allerdings ist er in einer Branche, in der Fachkräfte gesucht werden. Und eine Lücke im Lebenslauf lässt sich heute gut erklären, viele Arbeitgeber sehen Auslandserfahrung sogar positiv.
Inés · Candidate A
Das mag für manche Arbeitgeber gelten, aber nicht für alle. Hast du schon daran gedacht, dass er vielleicht gar nicht kündigen muss? Manche Firmen bieten ein Sabbatical an, bei dem man ein Jahr lang weniger verdient und dafür später eine Auszeit nimmt.
Kofi · Candidate B
Das ist ein guter Hinweis. Er sollte auf jeden Fall zuerst mit seinem Chef sprechen. Wie ist das eigentlich in Spanien, ist so etwas dort üblich?
Inés · Candidate A
Eher nicht. In Spanien ist die Arbeitslosigkeit, vor allem unter jungen Leuten, seit Langem hoch, deshalb würde kaum jemand freiwillig eine feste Stelle aufgeben. In Ghana stelle ich mir das ähnlich vor, oder?
Kofi · Candidate B
Ja, eine sichere Stelle gibt dort niemand leichtfertig auf. Gerade deshalb finde ich es aber auch beeindruckend, wenn jemand in einem Land wie Deutschland den Mut hat, seinen Traum umzusetzen.
Inés · Candidate A
Mut ist das eine, Planung das andere. Er sollte zumindest genug Geld gespart haben, damit er nach der Reise ein paar Monate überbrücken kann.
Kofi · Candidate B
Da sind wir uns einig. Dann lass uns zusammenfassen, was wir ihm sagen: Erstens soll er mit seinem Arbeitgeber über ein Sabbatical sprechen, bevor er kündigt. Zweitens braucht er eine finanzielle Reserve für die Zeit danach.
Inés · Candidate A
Und drittens sollten wir ihm sagen, dass wir die Idee grundsätzlich gut finden. Er soll nicht das Gefühl haben, dass wir ihm den Traum ausreden wollen.
Examiner
Vielen Dank. Damit ist die Prüfung beendet.
Useful phrases for Teil 2
Weighing up advice
- Ich halte es für riskant, …I think it's risky to …
- Das mag für … gelten, aber nicht für alle.That may apply to …, but not to everyone.
- Hast du schon daran gedacht, dass …?Have you thought about …?
- Mut ist das eine, Planung das andere.Courage is one thing, planning another.
Reaching agreement
- Das ist ein guter Hinweis.That's a good point.
- Da sind wir uns einig.We agree on that.
- Dann lass uns zusammenfassen, was wir ihm sagen: Erstens …, zweitens …Then let's sum up what we'll tell him: first …, second …
Muster 2. Talks on free public transport and on an age limit for social media, then a discussion about a friend who wants to care for her mother at home.
Muster 2 · Teil 1
Muster 2, Teil 1: Vortrag halten
Giving a talk · about 14 min · 52 points
Model dialogue
Examiner
Guten Tag und herzlich willkommen. Mariana, welches Thema haben Sie gewählt?
Mariana · Candidate A
Ich spreche über die Frage, ob der öffentliche Nahverkehr kostenlos sein sollte. Ich gehe zuerst auf ein Beispiel ein, dann wäge ich Argumente dafür und dagegen ab, im dritten Teil frage ich, was sich außer dem Preis ändern müsste, und zum Schluss mache ich einen Vorschlag zur Finanzierung.
Mariana · Candidate A
Das bekannteste Beispiel ist Luxemburg, wo Busse und Bahnen seit einigen Jahren im ganzen Land gratis sind. Befürworter argumentieren, dass ein kostenloser Nahverkehr den Autoverkehr reduziert, die Luft verbessert und Menschen mit wenig Geld mehr Mobilität ermöglicht. Kritiker halten dagegen, dass der Preis gar nicht das Hauptproblem sei. Wer auf dem Land wohnt, fährt nicht deshalb Auto, weil der Bus zu teuer ist, sondern weil er nur zweimal am Tag fährt. Diese Einschätzung teile ich weitgehend. Auch in Deutschland hat das Deutschlandticket gezeigt, dass günstige Preise allein nicht reichen, wenn die Verbindungen fehlen.
Mariana · Candidate A
Was sich also ändern müsste, ist vor allem das Angebot: häufigere Verbindungen, pünktliche Züge und bessere Anschlüsse auf dem Land. Finanzieren könnte man das zum Beispiel durch eine City-Maut für Autos in großen Städten oder durch eine Abgabe von Unternehmen, die von guten Verkehrsverbindungen profitieren. Mein Fazit lautet: Ein kostenloser Nahverkehr ist ein attraktives Ziel, aber der Ausbau muss Vorrang haben. Sonst fahren am Ende nur volle, verspätete Busse umsonst. Danke schön.
Examiner
Vielen Dank. Nikolaos, bitte Ihre Fragen.
Nikolaos · Candidate B
Danke, Mariana. Eine City-Maut ist ja sehr umstritten, weil sie Pendler belastet, die keine Alternative haben. Wie würdest du dieses Problem lösen?
Mariana · Candidate A
Man könnte die Einnahmen gezielt für Park-and-Ride-Angebote am Stadtrand verwenden. Dann hätten Pendler eine echte Alternative: Sie stellen das Auto ab und fahren mit der Bahn weiter.
Examiner
Wie sieht der Nahverkehr in Brasilien aus?
Mariana · Candidate A
In großen Städten wie São Paulo gibt es ein großes Busnetz und eine Metro, aber die Fahrzeiten sind oft sehr lang und die Busse überfüllt. Dort zeigt sich, dass ein günstiger Preis wenig nützt, wenn das System an seine Grenzen kommt.
Examiner
Danke. Nikolaos, nun Ihr Vortrag bitte.
Nikolaos · Candidate B
Mein Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, ob soziale Netzwerke erst ab 16 Jahren erlaubt sein sollten. Als Vater einer elfjährigen Tochter betrifft mich das ganz direkt. Ich gebe zunächst ein Beispiel aus einem anderen Land, dann argumentiere ich für und gegen eine Altersgrenze, gehe auf die Situation in Griechenland ein und wage zum Schluss einen Ausblick.
Nikolaos · Candidate B
Australien hat als eines der ersten Länder beschlossen, dass Jugendliche unter 16 Jahren kein Konto in bestimmten sozialen Netzwerken haben dürfen. Für eine solche Grenze spricht, dass viele Kinder unter dem ständigen Vergleich mit anderen leiden, schlechter schlafen und sich schlechter konzentrieren können. Außerdem sind sie ungeschützt Inhalten ausgesetzt, die für sie nicht geeignet sind. Gegen ein Verbot lässt sich einwenden, dass es sich kaum kontrollieren lässt: Kinder sind technisch oft geschickter als ihre Eltern. Zudem verlieren sie einen Raum, in dem sie Kontakte pflegen und kreativ sein können.
Nikolaos · Candidate B
In Griechenland wird darüber ebenfalls diskutiert, und viele Eltern wünschen sich klarere Regeln, auch ich. Meine Tochter fragt fast jede Woche, warum sie noch keine bestimmten Apps haben darf, weil alle anderen sie angeblich schon haben. Was die Zukunft angeht, bin ich überzeugt, dass Altersgrenzen kommen werden, wahrscheinlich in Verbindung mit einer verlässlichen Altersprüfung. Entscheidend wird aber sein, ob die Plattformen selbst sicherer werden. Ein Verbot ersetzt keine Medienerziehung. Vielen Dank.
Examiner
Vielen Dank. Mariana, Ihre Fragen bitte.
Mariana · Candidate A
Danke, Nikolaos, das war sehr persönlich und überzeugend. Wie gehst du denn mit deiner Tochter um, wenn sie sagt, dass alle anderen die Apps schon haben?
Nikolaos · Candidate B
Wir haben vereinbart, dass sie einen Messenger für die Familie und ihre engsten Freundinnen benutzen darf. Über alles andere reden wir offen, und ich erkläre ihr, warum ich mir Sorgen mache. Ein reines Verbot ohne Begründung würde nur zu Heimlichkeit führen.
Examiner
Glauben Sie, dass die Plattformen freiwillig sicherer werden?
Nikolaos · Candidate B
Ehrlich gesagt nicht. Ihr Geschäftsmodell beruht darauf, dass man möglichst lange online bleibt. Ohne gesetzlichen Druck wird sich wenig ändern.
Useful phrases for Teil 1
Presenting and weighing arguments
- Ich spreche über die Frage, ob …I'm speaking about whether …
- Befürworter argumentieren, dass … Kritiker halten dagegen, dass …Supporters argue that … Critics counter that …
- … nicht deshalb …, sondern weil …… not because …, but because …
- Diese Einschätzung teile ich weitgehend.I largely share that assessment.
- Gegen … lässt sich einwenden, dass …One objection to … is that …
- … muss Vorrang haben.… must take priority.
- Was die Zukunft angeht, bin ich überzeugt, dass …As for the future, I'm convinced that …
- Entscheidend wird aber sein, ob …What will be decisive, though, is whether …
Questions and answers
- … ist ja sehr umstritten, weil …… is highly controversial because …
- Wie würdest du dieses Problem lösen?How would you solve that problem?
- Dort zeigt sich, dass …That shows that …
Muster 2 · Teil 2
Muster 2, Teil 2: Diskussion führen
Holding a discussion · about 5 min · 32 points
Model dialogue
Examiner
Vielen Dank. Kommen wir zu Teil 2. Eine gemeinsame Freundin überlegt, ihre pflegebedürftige Mutter zu sich zu holen und selbst zu pflegen. Bitte diskutieren Sie.
Mariana · Candidate A
Ich finde die Idee zunächst sehr schön. Ihre Mutter bleibt in einer vertrauten Umgebung, und die Familie ist zusammen. Ich kann mir vorstellen, dass das für beide viel bedeutet.
Nikolaos · Candidate B
Das sehe ich auch so, ich habe aber Bedenken. Wie im Artikel steht, sind viele pflegende Angehörige stark belastet und müssen sogar ihre Arbeitszeit reduzieren. Unsere Freundin arbeitet Vollzeit und hat zwei Kinder. Wie soll sie das schaffen?
Mariana · Candidate A
Das ist der entscheidende Punkt. Allerdings muss sie es ja nicht allein machen. Es gibt ambulante Pflegedienste, die mehrmals am Tag kommen, und Tagespflege, wo die Mutter tagsüber betreut wird.
Nikolaos · Candidate B
Das stimmt, und das sollte sie unbedingt nutzen. Trotzdem bleibt viel Verantwortung bei ihr, vor allem nachts und am Wochenende. Wie ist das in Brasilien? Ich glaube, dort pflegen Familien ihre Eltern häufiger selbst.
Mariana · Candidate A
Ja, das ist dort ganz selbstverständlich, oft wohnen mehrere Generationen zusammen, und die Arbeit verteilt sich auf viele Schultern. Hier lebt unsere Freundin dagegen in einer Kleinfamilie, das ist ein großer Unterschied.
Nikolaos · Candidate B
In Griechenland ist es ähnlich wie in Brasilien. Aber auch dort sind es meistens die Töchter, die die Pflege übernehmen, und das finde ich problematisch. Ihr Bruder sollte genauso Verantwortung übernehmen.
Mariana · Candidate A
Da stimme ich dir völlig zu. Vielleicht sollten wir ihr raten, zuerst ein Familiengespräch zu führen, bei dem die Aufgaben fair verteilt werden.
Nikolaos · Candidate B
Gute Idee. Und sie sollte sich beraten lassen, welche Unterstützung ihr zusteht. Viele wissen gar nicht, welche Hilfen es gibt.
Mariana · Candidate A
Dann fassen wir zusammen: Wir unterstützen ihre Entscheidung grundsätzlich, raten ihr aber, Hilfe von außen anzunehmen, die Pflege in der Familie fair aufzuteilen und sich beraten zu lassen. Und sie sollte ehrlich prüfen, ob sie langfristig nicht doch überfordert wäre.
Nikolaos · Candidate B
Genau, und sie sollte sich nicht schuldig fühlen, wenn ein Pflegeheim irgendwann doch die bessere Lösung ist.
Examiner
Vielen Dank. Damit ist die Prüfung beendet.
Useful phrases for Teil 2
Discussing a sensitive decision
- Ich kann mir vorstellen, dass …I can imagine that …
- Das sehe ich auch so, ich habe aber Bedenken.I see it that way too, but I have concerns.
- Das ist der entscheidende Punkt.That's the crucial point.
- … verteilt sich auf viele Schultern.… is shared among many people.
Agreeing on advice
- Da stimme ich dir völlig zu.I completely agree with you.
- Vielleicht sollten wir ihr raten, …Perhaps we should advise her to …
- Dann fassen wir zusammen: …So let's sum up: …
Muster 3. Talks on a sugar tax and on free museum entry, then a discussion about a friend who wants to send his daughter to a private school.
Muster 3 · Teil 1
Muster 3, Teil 1: Vortrag halten
Giving a talk · about 14 min · 52 points
Model dialogue
Examiner
Guten Tag und herzlich willkommen. Ewa, welches Thema haben Sie gewählt?
Ewa · Candidate A
Ich habe das Thema Zuckersteuer gewählt, also die Frage, ob stark gezuckerte Lebensmittel höher besteuert werden sollten. Mein Vortrag besteht aus vier Teilen: einem Beispiel, den Argumenten, der Frage nach der Verantwortung und einem eigenen Vorschlag.
Ewa · Candidate A
Als Beispiel möchte ich Großbritannien nennen. Dort wurde eine Abgabe auf stark gezuckerte Getränke eingeführt, und interessanterweise haben viele Hersteller daraufhin den Zuckergehalt ihrer Produkte gesenkt, um die Abgabe zu vermeiden. Genau darin sehe ich das stärkste Argument für eine solche Steuer: Sie wirkt nicht nur auf die Verbraucher, sondern auch auf die Industrie. Kritiker sprechen dagegen von Bevormundung. Erwachsene sollten selbst entscheiden dürfen, was sie essen. Außerdem treffe eine solche Steuer vor allem Menschen mit geringem Einkommen, die einen größeren Teil ihres Geldes für Lebensmittel ausgeben.
Ewa · Candidate A
Wer trägt also die Verantwortung? Ich bin der Ansicht, dass man sie nicht allein dem Einzelnen zuschieben kann. Wer im Supermarkt steht, ist umgeben von Werbung und versteckten Zuckern, die man auf der Verpackung kaum erkennt. Mein Vorschlag wäre deshalb eine Kombination: eine moderate Steuer auf gezuckerte Getränke, deren Einnahmen direkt in gesundes Schulessen und Ernährungsbildung fließen. So würde die Steuer nicht nur bestrafen, sondern auch etwas Positives bewirken. Vielen Dank fürs Zuhören.
Examiner
Vielen Dank. Omar, Ihre Fragen bitte.
Omar · Candidate B
Danke, Ewa. Du hast gesagt, dass die Steuer vor allem ärmere Menschen trifft. Ist das nicht ein starkes Argument gegen deinen Vorschlag?
Ewa · Candidate A
Auf den ersten Blick schon. Aber gerade diese Gruppe ist häufiger von Krankheiten wie Diabetes betroffen. Wenn die Einnahmen in gesundes Schulessen fließen, profitieren gerade ihre Kinder davon. Insofern gleicht sich der Nachteil teilweise aus.
Examiner
Gibt es in Polen eine ähnliche Regelung?
Ewa · Candidate A
Ja, soweit ich weiß, gibt es in Polen seit einigen Jahren eine Abgabe auf gesüßte Getränke. Die Diskussion darüber war ziemlich heftig, inzwischen hat man sich aber daran gewöhnt.
Examiner
Danke. Omar, nun bitte Ihr Vortrag.
Omar · Candidate B
Ich spreche über die Frage, ob Museen keinen Eintritt verlangen sollten. Ich möchte mit einem Beispiel beginnen, dann die Argumente abwägen, die Situation in Ägypten schildern und mit einem Ausblick enden.
Omar · Candidate B
In London kann man die großen staatlichen Museen seit vielen Jahren kostenlos besuchen. Als ich dort war, ist mir aufgefallen, wie gemischt das Publikum war: Schulklassen, Touristen, aber auch Menschen, die in der Mittagspause kurz vorbeikommen. Das ist das wichtigste Argument für einen freien Eintritt: Kultur wird für alle zugänglich, unabhängig vom Geldbeutel. Dem lässt sich entgegenhalten, dass Museen Geld brauchen, für Restaurierung, Personal und Ausstellungen. Fallen die Einnahmen weg, muss der Staat einspringen, und das Geld fehlt dann womöglich an anderer Stelle.
Omar · Candidate B
In Ägypten ist die Lage besonders: Die großen Museen und Ausgrabungsstätten leben zu einem großen Teil vom Tourismus, und ausländische Besucher zahlen deutlich mehr als Einheimische. Ein komplett freier Eintritt wäre dort kaum denkbar. Für die Zukunft halte ich Mischmodelle für am sinnvollsten: freier Eintritt für Kinder, Studierende und an bestimmten Tagen für alle, finanziert durch Spenden und Sonderausstellungen. So bleibt Kultur offen, ohne dass die Museen finanziell ausbluten. Ich danke Ihnen.
Examiner
Vielen Dank. Ewa, Ihre Fragen bitte.
Ewa · Candidate A
Danke, Omar, ein sehr anschaulicher Vortrag. Glaubst du, dass Menschen, die sonst nie ins Museum gehen, wirklich kommen, nur weil es nichts kostet?
Omar · Candidate B
Allein durch den freien Eintritt wohl nicht. Man muss sie auch aktiv einladen, zum Beispiel durch Veranstaltungen für Familien oder Führungen in verschiedenen Sprachen. Aber der Preis ist eine Hürde weniger.
Examiner
Wie oft gehen Sie selbst ins Museum?
Omar · Candidate B
Öfter, seit ich in Berlin lebe. Ich nutze die freien Tage, die manche Museen anbieten, und bin dann meistens erstaunt, wie voll es ist.
Useful phrases for Teil 1
Presenting and weighing arguments
- Mein Vortrag besteht aus vier Teilen: …My talk has four parts: …
- Genau darin sehe ich das stärkste Argument für …That's exactly where I see the strongest argument for …
- Kritiker sprechen dagegen von …Critics, on the other hand, speak of …
- Ich bin der Ansicht, dass …I'm of the view that …
- Dem lässt sich entgegenhalten, dass …Against this, one can argue that …
- Für die Zukunft halte ich … für am sinnvollsten.For the future, I think … makes the most sense.
- So würde … nicht nur …, sondern auch …That way, … would not only …, but also …
Questions and answers
- Ist das nicht ein starkes Argument gegen …?Isn't that a strong argument against …?
- Auf den ersten Blick schon. Aber …At first glance, yes. But …
- Insofern gleicht sich der Nachteil teilweise aus.In that respect, the disadvantage partly balances out.
- Allein durch … wohl nicht.Probably not through … alone.
Muster 3 · Teil 2
Muster 3, Teil 2: Diskussion führen
Holding a discussion · about 5 min · 32 points
Model dialogue
Examiner
Vielen Dank. Kommen wir zu Teil 2. Ein gemeinsamer Freund möchte seine Tochter auf eine teure Privatschule schicken, obwohl es eine gute staatliche Schule in der Nähe gibt. Bitte diskutieren Sie.
Omar · Candidate B
Ich kann seine Entscheidung nachvollziehen. Jeder Vater will das Beste für sein Kind, und an Privatschulen sind die Klassen oft kleiner und die Ausstattung besser.
Ewa · Candidate A
Nachvollziehen kann ich sie auch, aber ich sehe sie kritisch. Wie im Artikel steht, verstärken Privatschulen soziale Unterschiede. Wenn alle, die es sich leisten können, ihre Kinder auf Privatschulen schicken, bleiben an den staatlichen Schulen vor allem Kinder aus ärmeren Familien zurück.
Omar · Candidate B
Das ist ein gesellschaftliches Problem, das stimmt. Aber kann man von einem einzelnen Vater verlangen, dass er das Bildungssystem rettet? Für ihn zählt seine Tochter.
Ewa · Candidate A
Das nicht. Trotzdem sollte er sich fragen, was seine Tochter wirklich braucht. Die staatliche Schule ist ja gut. Vielleicht würde sie dort genauso gut lernen und hätte ihre Freundinnen aus der Nachbarschaft in der Klasse.
Omar · Candidate B
Ein wichtiger Gedanke. In Ägypten sieht die Situation allerdings anders aus: Dort schicken viele Familien ihre Kinder auf private Schulen, weil die staatlichen Schulen überfüllt sind. Wer es sich leisten kann, hat kaum eine Wahl.
Ewa · Candidate A
In Polen besuchen die meisten Kinder staatliche Schulen, und das Ansehen dieser Schulen ist ziemlich gut. Deshalb wundert mich die Entscheidung unseres Freundes ein bisschen, wenn die Schule in der Nähe einen guten Ruf hat.
Omar · Candidate B
Vielleicht hat er Gründe, die wir nicht kennen, zum Beispiel ein besonderes pädagogisches Konzept oder Förderung in einem Bereich, in dem seine Tochter Schwierigkeiten hat.
Ewa · Candidate A
Das könnte sein. Dann sollten wir ihn vor allem fragen, warum er sich so entscheidet, statt ihm gleich zu widersprechen. Einigen wir uns auf folgende Punkte: Erstens soll er sich beide Schulen genau ansehen und mit der Tochter darüber sprechen. Zweitens soll er an die Kosten über viele Jahre denken.
Omar · Candidate B
Einverstanden. Und drittens würde ich ihm sagen, dass eine gute staatliche Schule kein Nachteil ist, im Gegenteil, sie kann auch soziale Kompetenzen fördern.
Examiner
Vielen Dank. Damit ist die Prüfung beendet.
Useful phrases for Teil 2
Discussing a friend's decision
- Ich kann seine Entscheidung nachvollziehen.I can understand his decision.
- …, aber ich sehe sie kritisch.…, but I see it critically.
- Kann man von … verlangen, dass …?Can you expect … to …?
- Vielleicht hat er Gründe, die wir nicht kennen.Maybe he has reasons we don't know about.
Agreeing on advice
- Einigen wir uns auf folgende Punkte: …Let's agree on the following points: …
- …, statt ihm gleich zu widersprechen.…, instead of contradicting him straight away.
- …, im Gegenteil, ……, on the contrary, …
How to practise with these samples
- Open the sheets for one sample and set a timer for 20 minutes, the same preparation time as in the exam. Make short notes, not full sentences.
- Play the conversation with a partner, then swap roles so you both practise A and B.
- Only now read the model dialogue. Which marked phrases could you have used?
- Do the same sample again a few days later with your own opinions and examples.
For more phrases, see the Goethe-Zertifikat C1 Redemittel collection. When you are ready to test the written parts too, the Logami Goethe-Zertifikat C1 mock exam gives you those sections with real timing and instant results.
Continue your Goethe C1 preparation
Turn these phrases into a real score: practise on authentic Goethe C1 exams, then explore the rest of the level.
