By the Logami team. Built by German teachers, in the format of the official Goethe-Zertifikat B2 oral exam.
The speaking exam is the hardest part to prepare for on your own. You cannot rehearse a conversation alone, and many practice materials give you the task but not what a good answer sounds like. This page shows you both.
Below are three complete Goethe-Zertifikat B2 Sprechen samples. Each one has the exam sheets laid out like the real papers, a model dialogue between two candidates for every part, the phrases that carry the conversation, and a short tip for each part.
The Goethe-Zertifikat B2 oral exam at a glance
15 min
Preparation time
~15 min
Exam time
100
Points in total
60
Points to pass (60%)
Two parts
- Teil 1Vortrag haltenGiving a talk
Each of you picks one of two topics from your own sheet and gives a structured talk of about four minutes. Then your partner and an examiner ask you questions (12 of the 44 points).
about 8 min · 44 points
- Teil 2Diskussion führenHolding a discussion
As members of a debating club, you exchange arguments on one question, react to each other and say at the end whether you are for or against.
about 5 min · 40 points
What the examiners score
Erfüllung
Task completion
Did you cover every point: alternatives, pros and cons, your position, questions and answers?
Kohärenz / Interaktion
Coherence / interaction
Teil 1: a talk that hangs together and flows. Teil 2: starting, keeping up and ending the discussion and reacting to arguments.
Wortschatz
Vocabulary
A varied range of words and expressions, suitable for the situation, with few slips.
Strukturen
Grammar
A varied range of structures. Occasional mistakes are fine as long as they do not disturb.
Aussprache
Pronunciation
Sentence melody, word stress and individual sounds across both parts: up to 16 of the 100 points.
How to read the model dialogues
Candidate A speaks on the left, candidate B on the right, and the examiner's lines sit in the middle. The dialogues show what a good performance at this level looks like: clear, natural German that does exactly what the task asks, with both candidates reacting to each other.
Phrases marked like this are reusable. They work with almost any topic, so learn them as whole chunks and you will have something ready to say in your own exam. All topics and people are our own, and the photos on the discussion sheets are AI-generated.
The Goethe-Zertifikat B2 sample exams
Muster 1. Talks on housing for older people and on volunteering, then a debate on whether supermarkets should have to donate unsold food.
Muster 1 · Teil 1
Muster 1, Teil 1: Vortrag halten
Giving a talk · about 8 min · 44 points
Model dialogue
Examiner
Guten Tag und herzlich willkommen. Wir beginnen mit Teil 1, dem Vortrag. Lucía, welches Thema haben Sie gewählt? Bitte beginnen Sie.
Lucía · Candidate A
Ich habe das Thema „Wohnen im Alter“ gewählt. Unsere Gesellschaft wird immer älter, und deshalb stellt sich für viele Familien die Frage, wie und wo ihre Eltern oder Großeltern später leben sollen. In meinem Vortrag stelle ich zunächst verschiedene Wohnformen vor, danach gehe ich auf eine davon genauer ein, und zum Schluss nenne ich Vor- und Nachteile.
Lucía · Candidate A
Die meisten älteren Menschen möchten so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben, oft mit Unterstützung durch einen Pflegedienst. Eine andere Möglichkeit ist das betreute Wohnen: Man hat eine eigene kleine Wohnung, aber im Notfall ist sofort Hilfe da. Dann gibt es natürlich das klassische Pflegeheim. Besonders interessant finde ich jedoch das Mehrgenerationenhaus, und darauf möchte ich jetzt genauer eingehen. Dort leben junge Familien, Studierende und Senioren unter einem Dach. Sie haben eigene Wohnungen, teilen sich aber Gemeinschaftsräume und helfen sich gegenseitig. Die Älteren passen zum Beispiel auf die Kinder auf, und die Jüngeren übernehmen dafür den Einkauf oder helfen bei technischen Problemen.
Lucía · Candidate A
Der große Vorteil dieser Wohnform ist, dass niemand allein ist und alle voneinander profitieren. Ein Nachteil ist allerdings, dass das Zusammenleben viel Rücksicht erfordert und es auch zu Konflikten kommen kann. Außerdem gibt es bisher nur wenige solcher Projekte, und die Wartelisten sind lang. Insgesamt halte ich das Mehrgenerationenhaus für ein sehr gutes Modell, das man stärker fördern sollte. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Examiner
Vielen Dank. Viktor, haben Sie Fragen an Lucía?
Viktor · Candidate B
Ja, danke für den interessanten Vortrag. Mich würde interessieren, ob du selbst in so einem Haus wohnen möchtest. Und was passiert, wenn jemand im Haus pflegebedürftig wird?
Lucía · Candidate A
Ehrlich gesagt kann ich es mir gut vorstellen, vor allem, wenn ich Kinder habe. Zu deiner zweiten Frage: Die Nachbarn können natürlich keine professionelle Pflege ersetzen. In diesem Fall kommt meistens ein Pflegedienst ins Haus, und die Gemeinschaft hilft im Alltag.
Examiner
Ich habe auch noch eine Frage: Wie ist die Situation in Ihrem Heimatland?
Lucía · Candidate A
In Argentinien leben viele ältere Menschen bei ihren Kindern, das ist dort ganz normal. Pflegeheime haben eher einen schlechten Ruf. Aber auch dort ändert sich das langsam, weil beide Partner arbeiten.
Examiner
Danke schön. Viktor, nun bitte Ihr Vortrag.
Viktor · Candidate B
Ich spreche heute über ehrenamtliches Engagement. Fast jeder kennt jemanden, der sich in seiner Freizeit freiwillig engagiert, und ohne diese Menschen würden viele Bereiche nicht funktionieren. Ich möchte zuerst einige Bereiche vorstellen, dann einen davon genauer beschreiben und am Ende auf die Vor- und Nachteile eingehen.
Viktor · Candidate B
Ehrenamtliche arbeiten in ganz unterschiedlichen Bereichen: im sozialen Bereich, zum Beispiel bei der Tafel oder in der Flüchtlingshilfe, im Umweltschutz, bei der freiwilligen Feuerwehr und ganz besonders im Sport. Den Sport möchte ich genauer beschreiben, weil ich hier eigene Erfahrungen habe. Seit zwei Jahren trainiere ich eine Jugendmannschaft im Basketball. Zweimal pro Woche stehe ich in der Halle, und am Wochenende fahre ich mit den Jugendlichen zu Spielen. Ohne Trainer wie mich müsste der Verein viele Mannschaften abmelden, denn Geld für bezahlte Trainer gibt es kaum.
Viktor · Candidate B
Was die Vorteile angeht, so profitieren beide Seiten: Die Gesellschaft bekommt Hilfe, und man selbst gewinnt Erfahrungen, Kontakte und das Gefühl, gebraucht zu werden. Für mich als Zugewanderten war das Ehrenamt außerdem der beste Weg, Deutsch zu lernen und Menschen kennenzulernen. Ein Nachteil ist, dass Ehrenamt viel Zeit kostet und manchmal ausgenutzt wird, zum Beispiel wenn der Staat Aufgaben auf Freiwillige abschiebt. Mein Fazit: Ehrenamt ist unverzichtbar, sollte aber bezahlte Arbeit nicht ersetzen. Danke schön.
Examiner
Vielen Dank. Lucía, Ihre Fragen bitte.
Lucía · Candidate A
Danke, Viktor. Du hast gesagt, dass Ehrenamt manchmal ausgenutzt wird. Kannst du das genauer erklären?
Viktor · Candidate B
Gern. Wenn zum Beispiel in einer Schule Ehrenamtliche Nachhilfe geben, weil Lehrkräfte fehlen, dann löst das kurzfristig ein Problem. Langfristig muss aber der Staat dafür sorgen, dass es genug Personal gibt.
Examiner
Und wie bekommt man als Verein genug Ehrenamtliche?
Viktor · Candidate B
Ich glaube, man muss die Leute direkt ansprechen. Viele würden gern helfen, wissen aber nicht, wie. Außerdem hilft es, wenn das Engagement anerkannt wird, zum Beispiel mit einer kleinen Feier am Ende der Saison.
Useful phrases for Teil 1
Structuring your talk
- Ich habe das Thema … gewählt.I chose the topic …
- In meinem Vortrag stelle ich zunächst … vor, danach gehe ich auf … ein, und zum Schluss …In my talk I'll first present …, then go into …, and finally …
- Eine andere Möglichkeit ist …Another option is …
- Darauf möchte ich jetzt genauer eingehen.I'd now like to look at this in more detail.
- Der große Vorteil … ist, dass …The big advantage of … is that …
- Ein Nachteil ist allerdings, dass …One disadvantage, however, is that …
- Insgesamt halte ich … für …Overall, I consider … to be …
- Mein Fazit: …My conclusion: …
Asking and answering questions
- Mich würde interessieren, ob …I'd be interested to know whether …
- Kannst du das genauer erklären?Can you explain that in more detail?
- Zu deiner zweiten Frage: …As for your second question: …
Muster 1 · Teil 2
Muster 1, Teil 2: Diskussion führen
Holding a discussion · about 5 min · 40 points
Model dialogue
Examiner
Vielen Dank. Kommen wir zu Teil 2. Sie sind in einem Debattierclub und diskutieren die Frage: Sollen Supermärkte unverkaufte Lebensmittel spenden müssen? Bitte beginnen Sie.
Viktor · Candidate B
Ich bin klar dafür. Es ist doch absurd, dass Supermärkte jeden Tag Lebensmittel wegwerfen, die noch völlig in Ordnung sind, während andere Menschen zur Tafel gehen müssen. In Frankreich gibt es so ein Gesetz für große Supermärkte schon seit einigen Jahren.
Lucía · Candidate A
Grundsätzlich verstehe ich deinen Standpunkt, aber ich sehe auch Probleme. Wer übernimmt die Verantwortung, wenn jemand krank wird, weil ein gespendetes Produkt verdorben war? Das ist für die Händler ein echtes Risiko.
Viktor · Candidate B
Das ist ein berechtigter Punkt. Man könnte die Haftung aber gesetzlich regeln, damit Händler, die Lebensmittel spenden, nicht bestraft werden. Dann gäbe es keinen Grund mehr, sie wegzuwerfen.
Lucía · Candidate A
Ein weiteres Problem sind die Kosten. Jemand muss die Lebensmittel sortieren, lagern und abholen. Gerade kleine Läden haben dafür weder Personal noch Platz.
Viktor · Candidate B
Da gebe ich dir recht. Deshalb würde ich die Pflicht auch nur für große Supermärkte einführen. Und die Organisation könnten die Tafeln übernehmen, die machen das ja heute schon sehr professionell.
Lucía · Candidate A
Aber die Tafeln arbeiten fast nur mit Ehrenamtlichen. Wenn plötzlich alle Supermärkte spenden müssen, sind die völlig überfordert. Schon jetzt fehlt es an Fahrern und Kühlräumen.
Viktor · Candidate B
Dann müsste der Staat die Tafeln eben besser unterstützen. Das Geld wäre gut investiert, denn weniger Müll spart ja auch Kosten.
Lucía · Candidate A
Das klingt überzeugend, wenn die Finanzierung wirklich gesichert ist. Ich frage mich trotzdem, ob ein Gesetz der richtige Weg ist. Viele Supermärkte spenden ja schon freiwillig.
Viktor · Candidate B
Freiwillig spenden aber längst nicht alle, und es wird immer noch zu viel weggeworfen. Ohne Pflicht ändert sich zu wenig.
Examiner
Bitte fassen Sie zum Schluss Ihren Standpunkt zusammen.
Viktor · Candidate B
Ich bleibe dabei: Ich bin für eine Spendenpflicht, allerdings nur für große Supermärkte und mit klaren Regeln zur Haftung.
Lucía · Candidate A
Ich bin eher dagegen, weil ich die Probleme bei der Organisation für zu groß halte. Ich würde lieber Anreize schaffen, zum Beispiel Steuervorteile für Händler, die spenden. In einem Punkt sind wir uns aber einig: Lebensmittel wegzuwerfen ist keine Lösung.
Examiner
Vielen Dank. Damit ist die Prüfung beendet.
Useful phrases for Teil 2
Taking a position
- Ich bin klar dafür/dagegen.I'm clearly for/against it.
- Es ist doch absurd, dass …It's absurd that …
- Grundsätzlich verstehe ich deinen Standpunkt, aber …In principle I understand your point, but …
- Ein weiteres Problem ist/sind …Another problem is/are …
Reacting and concluding
- Das ist ein berechtigter Punkt.That's a fair point.
- Da gebe ich dir recht.I agree with you there.
- Das klingt überzeugend, wenn …That sounds convincing if …
- Ich bleibe dabei: …I stand by my view: …
- In einem Punkt sind wir uns aber einig: …We do agree on one point, though: …
Muster 2. Talks on further training at work and on learning in later life, then a debate on whether schools should abolish homework.
Muster 2 · Teil 1
Muster 2, Teil 1: Vortrag halten
Giving a talk · about 8 min · 44 points
Model dialogue
Examiner
Guten Tag und herzlich willkommen. Wir beginnen mit dem Vortrag. Thanh, bitte nennen Sie Ihr Thema und beginnen Sie.
Thanh · Candidate A
Mein Thema ist „Weiterbildung im Beruf“. In vielen Berufen verändert sich das Wissen heute so schnell, dass man mit dem, was man in der Ausbildung gelernt hat, nicht mehr bis zur Rente auskommt. Ich werde zuerst verschiedene Möglichkeiten der Weiterbildung vorstellen, dann Vor- und Nachteile nennen und zum Schluss eine Möglichkeit genauer beschreiben.
Thanh · Candidate A
Es gibt mehrere Alternativen. Viele Firmen bieten interne Schulungen an, die während der Arbeitszeit stattfinden. Dann gibt es Abendkurse, zum Beispiel an der Volkshochschule, und immer häufiger Online-Kurse, die man flexibel von zu Hause aus machen kann. Interne Schulungen haben den Vorteil, dass sie genau auf die Firma zugeschnitten sind, aber das Wissen hilft einem bei einem Jobwechsel oft wenig. Abendkurse sind günstig, kosten aber nach einem langen Arbeitstag viel Energie. Online-Kurse sind am flexibelsten, doch man braucht sehr viel Selbstdisziplin, und viele brechen sie ab.
Thanh · Candidate A
Genauer beschreiben möchte ich den Bildungsurlaub, den es in den meisten Bundesländern gibt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können dabei mehrere Tage im Jahr bezahlt freinehmen, um an einer anerkannten Weiterbildung teilzunehmen. Ich habe so letztes Jahr einen Excel-Kurs gemacht. Erstaunlicherweise nutzen nur wenige Beschäftigte diese Möglichkeit, oft, weil sie gar nicht davon wissen. Meiner Ansicht nach sollten Arbeitgeber aktiver darüber informieren. Vielen Dank fürs Zuhören.
Examiner
Vielen Dank. Marek, Ihre Fragen bitte.
Marek · Candidate B
Danke, das war sehr informativ. Den Bildungsurlaub kannte ich ehrlich gesagt nicht. Muss der Arbeitgeber den immer genehmigen, oder kann er auch Nein sagen?
Thanh · Candidate A
Grundsätzlich hat man einen Anspruch darauf. Der Arbeitgeber kann ihn nur in bestimmten Fällen ablehnen, zum Beispiel wenn gerade besonders viel zu tun ist. Dann muss man den Kurs eben zu einem anderen Zeitpunkt machen.
Examiner
Und welche Form der Weiterbildung bevorzugen Sie persönlich?
Thanh · Candidate A
Ich mag eine Mischung: online lernen, wann ich Zeit habe, und ab und zu ein Treffen mit der Gruppe, um Fragen zu klären. So bleibe ich motiviert.
Examiner
Danke. Marek, nun Ihr Vortrag bitte.
Marek · Candidate B
Ich habe mich für das Thema „Lernen im Alter“ entschieden. Viele Menschen glauben, dass man im Alter nichts Neues mehr lernen kann. Ich möchte zeigen, dass das nicht stimmt. Dazu stelle ich zunächst verschiedene Formen des Lernens im Alter vor, dann beschreibe ich eine Form genauer und abschließend bewerte ich Vor- und Nachteile.
Marek · Candidate B
Ältere Menschen können zum Beispiel Kurse an der Volkshochschule besuchen, Sprachen mit Apps lernen oder in Lesekreisen und Computer-Cafés neue Dinge ausprobieren. Eine Form, die ich besonders spannend finde, ist das Seniorenstudium. An vielen Universitäten können Menschen im Ruhestand als Gasthörer Vorlesungen besuchen, oft ganz ohne Abitur. Mein Großvater in Brünn hat mit 70 angefangen, Geschichte zu hören, und er erzählt jedes Mal begeistert davon.
Marek · Candidate B
Die Vorteile liegen auf der Hand: Lernen hält den Kopf fit, man lernt neue Leute kennen und fühlt sich weniger einsam. Problematisch finde ich, dass solche Angebote vor allem Menschen erreichen, die ohnehin gebildet sind. Wer nie studiert hat, traut sich oft nicht an eine Universität. Mein Fazit lautet: Lernen im Alter ist eine große Bereicherung, aber die Angebote müssten niedrigschwelliger werden. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Examiner
Vielen Dank. Thanh, haben Sie Fragen?
Thanh · Candidate A
Ja, eine Frage: Du hast gesagt, die Angebote müssten niedrigschwelliger werden. Was könnte man konkret tun?
Marek · Candidate B
Zum Beispiel könnte man Kurse direkt in Stadtteilzentren anbieten, wo die Leute sowieso hingehen, und sie kostenlos machen. Und man könnte gezielt Menschen ansprechen, statt nur Plakate aufzuhängen.
Examiner
Glauben Sie, dass ältere Menschen anders lernen als jüngere?
Marek · Candidate B
Ich denke schon. Sie brauchen manchmal etwas mehr Zeit, aber sie bringen viel Lebenserfahrung mit und können neues Wissen gut einordnen. Und sie lernen meistens freiwillig, das ist ein großer Vorteil.
Useful phrases for Teil 1
Structuring your talk
- Mein Thema ist …My topic is …
- Ich werde zuerst …, dann … und zum Schluss …I'll first …, then … and finally …
- Es gibt mehrere Alternativen.There are several alternatives.
- … hat den Vorteil, dass …… has the advantage that …
- Genauer beschreiben möchte ich …I'd like to describe … in more detail.
- Die Vorteile liegen auf der Hand: …The advantages are obvious: …
- Problematisch finde ich, dass …What I find problematic is that …
- Mein Fazit lautet: …My conclusion is: …
Questions and answers
- … kannte ich ehrlich gesagt nicht.To be honest, I didn't know about …
- Was könnte man konkret tun?What could be done in practice?
- Grundsätzlich …, aber in bestimmten Fällen …In principle …, but in certain cases …
Muster 2 · Teil 2
Muster 2, Teil 2: Diskussion führen
Holding a discussion · about 5 min · 40 points
Model dialogue
Examiner
Vielen Dank. Kommen wir zur Diskussion. Ihre Frage lautet: Sollen Schulen die Hausaufgaben abschaffen? Bitte tauschen Sie Ihre Standpunkte aus.
Thanh · Candidate A
Ich finde, ja. Kinder verbringen heute schon sehr viel Zeit in der Schule, oft bis zum Nachmittag. Danach brauchen sie Zeit für Sport, Freunde und Familie. Hausaufgaben sorgen zu Hause außerdem oft für Streit.
Marek · Candidate B
Da bin ich anderer Meinung. Hausaufgaben sind wichtig, um das Gelernte zu wiederholen. Gerade in Fächern wie Mathe oder Sprachen lernt man nur durch Üben. Ohne Hausaufgaben würde vieles schnell wieder vergessen.
Thanh · Candidate A
Üben ist natürlich wichtig, das bestreite ich nicht. Aber warum kann das nicht in der Schule passieren, mit einer Lehrkraft, die helfen kann? Zu Hause sitzt ein Kind oft allein vor einer Aufgabe, die es nicht versteht.
Marek · Candidate B
Das stimmt, aber dann bräuchte man mehr Unterrichtszeit und mehr Lehrkräfte, und die fehlen jetzt schon.
Thanh · Candidate A
Ein wichtiges Argument ist für mich die Chancengleichheit. Kinder, deren Eltern Zeit haben und helfen können, sind klar im Vorteil. In meiner Familie in Vietnam konnte mir niemand bei Deutsch oder Englisch helfen.
Marek · Candidate B
Das ist ein starkes Argument, das muss ich zugeben. Andererseits lernen Kinder durch Hausaufgaben auch, selbstständig zu arbeiten und sich ihre Zeit einzuteilen. Das brauchen sie später im Studium und im Beruf.
Thanh · Candidate A
Selbstständigkeit kann man aber auch in Lernzeiten in der Schule üben. Einige Schulen machen das schon so, mit festen Übungsstunden statt Hausaufgaben.
Marek · Candidate B
Das wäre vielleicht ein Kompromiss: weniger Hausaufgaben, dafür mehr betreute Übungszeit in der Schule. Ganz abschaffen würde ich sie aber nicht, zumindest nicht für ältere Schüler.
Examiner
Bitte fassen Sie zum Schluss Ihren Standpunkt zusammen.
Thanh · Candidate A
Ich bin dafür, Hausaufgaben abzuschaffen, vor allem in der Grundschule, und sie durch Übungszeiten in der Schule zu ersetzen. So hätten alle Kinder die gleichen Chancen.
Marek · Candidate B
Ich bin dagegen, sie ganz abzuschaffen. Für ältere Schüler finde ich kurze, sinnvolle Hausaufgaben weiterhin richtig. Aber ich gebe zu, dass mehr Übungszeit in der Schule ein guter Weg wäre.
Examiner
Vielen Dank. Damit ist die Prüfung beendet.
Useful phrases for Teil 2
Disagreeing
- Da bin ich anderer Meinung.I see it differently.
- …, das bestreite ich nicht. Aber ……, I don't dispute that. But …
- Ein wichtiges Argument ist für mich …An important argument for me is …
Conceding and finding a compromise
- Das ist ein starkes Argument, das muss ich zugeben.That's a strong argument, I have to admit.
- Andererseits …On the other hand …
- Das wäre vielleicht ein Kompromiss: …That might be a compromise: …
- Ich bin dafür/dagegen, …I'm in favour of / against …
- Aber ich gebe zu, dass …But I admit that …
Muster 3. Talks on living in the city or the country and on growing up with several languages, then a debate on a speed limit on all motorways.
Muster 3 · Teil 1
Muster 3, Teil 1: Vortrag halten
Giving a talk · about 8 min · 44 points
Model dialogue
Examiner
Guten Tag und herzlich willkommen. Wir beginnen mit Teil 1. Amara, welches Thema haben Sie gewählt?
Amara · Candidate A
Ich spreche über das Thema „Wohnen in der Stadt oder auf dem Land“. Diese Frage hat mich selbst lange beschäftigt, denn ich bin in Lagos aufgewachsen, einer riesigen Stadt, und wohne jetzt in einem kleinen Ort in Niedersachsen. Ich beschreibe zuerst mehrere Alternativen, dann vergleiche ich Vor- und Nachteile, und am Ende gehe ich auf eine Möglichkeit genauer ein.
Amara · Candidate A
Grob gesagt gibt es drei Alternativen: die Großstadt, die Kleinstadt und das Dorf. In der Großstadt hat man kurze Wege zur Arbeit, viele Kulturangebote und gute Verkehrsverbindungen, dafür sind die Mieten hoch, und es ist laut. Auf dem Dorf ist das Wohnen günstig und ruhig, und Kinder können draußen spielen. Der Nachteil ist, dass man ohne Auto kaum zurechtkommt, und Ärzte oder Geschäfte sind oft weit weg. Im Vergleich dazu bietet die Kleinstadt einen Mittelweg.
Amara · Candidate A
Diese Möglichkeit möchte ich genauer beschreiben, weil ich selbst so wohne. In meiner Kleinstadt gibt es einen Bahnhof, eine Schule, einen Supermarkt und zwei Ärzte. Mit dem Zug bin ich in vierzig Minuten in der nächsten Großstadt. Die Miete ist ungefähr halb so hoch wie dort. Allerdings ist das Kulturangebot begrenzt, und am Abend ist nicht viel los. Für mich überwiegen trotzdem klar die Vorteile, besonders jetzt, wo ich eine Familie habe. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Examiner
Vielen Dank. Henrik, bitte stellen Sie Ihre Fragen.
Henrik · Candidate B
Danke, Amara. Der Unterschied zwischen Lagos und einer deutschen Kleinstadt muss enorm sein. Was hat dich nach dem Umzug am meisten überrascht?
Amara · Candidate A
Ganz ehrlich: die Stille. In den ersten Wochen konnte ich nachts kaum schlafen, weil es so ruhig war! Und dass um acht Uhr abends fast niemand mehr auf der Straße ist.
Examiner
Würden Sie später gern wieder in einer Großstadt leben?
Amara · Candidate A
Vielleicht, wenn die Kinder erwachsen sind. Dann würde ich das kulturelle Leben wieder mehr genießen wollen.
Examiner
Danke. Henrik, nun Ihr Vortrag bitte.
Henrik · Candidate B
Mein Thema lautet „Mehrsprachig aufwachsen“. Immer mehr Kinder wachsen mit zwei oder mehr Sprachen auf, auch meine eigenen: Meine Frau ist Deutsche, ich komme aus Schweden. Ich stelle zuerst verschiedene Formen der Mehrsprachigkeit vor, gehe dann auf eine Form genauer ein und bewerte zum Schluss Vor- und Nachteile.
Henrik · Candidate B
Mehrsprachig aufwachsen kann ganz unterschiedlich aussehen. Manche Kinder lernen zu Hause zwei Sprachen von den Eltern. Andere sprechen zu Hause eine Sprache und lernen die zweite in der Kita oder Schule. Außerdem gibt es zweisprachige Kitas und Schulen, in denen in zwei Sprachen unterrichtet wird. Genauer beschreiben möchte ich die Methode „eine Person, eine Sprache“, die wir zu Hause nutzen. Ich spreche mit meinen Kindern nur Schwedisch, meine Frau nur Deutsch. So wissen die Kinder immer, welche Sprache sie mit wem sprechen.
Henrik · Candidate B
Der Vorteil liegt darin, dass die Kinder beide Sprachen ganz natürlich lernen und später oft leichter weitere Sprachen lernen. Außerdem können sie mit beiden Familien sprechen, das ist für uns sehr wichtig. Ein Nachteil kann sein, dass die Kinder eine Sprache am Anfang etwas langsamer lernen oder Wörter mischen. Das ist aber normal und gibt sich mit der Zeit. Insgesamt sehe ich Mehrsprachigkeit als großes Geschenk. Vielen Dank.
Examiner
Vielen Dank. Amara, Ihre Fragen bitte.
Amara · Candidate A
Danke, sehr interessant! Was macht ihr, wenn eure Kinder keine Lust mehr haben, Schwedisch zu sprechen, weil alle Freunde Deutsch sprechen?
Henrik · Candidate B
Das passiert tatsächlich manchmal. Wir versuchen dann, Schwedisch mit schönen Erlebnissen zu verbinden, zum Beispiel mit Ferien bei den Großeltern oder schwedischen Kinderfilmen. Druck bringt nach meiner Erfahrung gar nichts.
Examiner
Sollte Ihrer Meinung nach die Schule die Herkunftssprachen stärker fördern?
Henrik · Candidate B
Auf jeden Fall. Wenn Kinder ihre erste Sprache gut beherrschen, hilft ihnen das auch beim Deutschlernen. Leider gibt es solchen Unterricht noch nicht überall.
Useful phrases for Teil 1
Structuring your talk
- Ich spreche über das Thema …I'm talking about …
- Diese Frage hat mich selbst lange beschäftigt, denn …This question has occupied me for a long time, because …
- Grob gesagt gibt es drei Alternativen: …Broadly speaking, there are three alternatives: …
- Im Vergleich dazu …By comparison, …
- Der Vorteil liegt darin, dass …The advantage lies in the fact that …
- Für mich überwiegen trotzdem klar die Vorteile.For me, the advantages still clearly outweigh the disadvantages.
- Insgesamt sehe ich … als …Overall, I see … as …
Questions and answers
- Was hat dich am meisten überrascht?What surprised you most?
- Was macht ihr, wenn …?What do you do if …?
- Das passiert tatsächlich manchmal.That does actually happen sometimes.
Muster 3 · Teil 2
Muster 3, Teil 2: Diskussion führen
Holding a discussion · about 5 min · 40 points
Model dialogue
Examiner
Vielen Dank. Kommen wir zu Teil 2. Sie diskutieren die Frage: Soll es ein Tempolimit auf allen Autobahnen geben? Bitte beginnen Sie.
Henrik · Candidate B
Für mich als Schwede ist das eigentlich keine Frage. Bei uns gibt es ein Tempolimit, wie in fast allen europäischen Ländern. Ich finde, Deutschland sollte das auch einführen, vor allem wegen der Sicherheit.
Amara · Candidate A
Ich sehe das etwas differenzierter. Auf vielen Autobahnabschnitten gibt es ja schon Begrenzungen, zum Beispiel an Baustellen oder in der Nähe von Städten. Und wo es keine gibt, empfiehlt man 130 Kilometer pro Stunde.
Henrik · Candidate B
Eine Empfehlung ist aber keine Regel. Wer 200 fahren will, darf das dort auch. Und bei hohen Geschwindigkeiten sind Unfälle eben besonders schwer.
Amara · Candidate A
Das ist richtig. Allerdings passieren die meisten Unfälle gar nicht auf der Autobahn, sondern auf Landstraßen. Man sollte also eher dort mehr kontrollieren.
Henrik · Candidate B
Das eine schließt das andere doch nicht aus. Außerdem gibt es noch den Umweltaspekt: Wer langsamer fährt, verbraucht weniger Kraftstoff und stößt weniger CO2 aus. Ein Tempolimit kostet fast nichts und hilft sofort.
Amara · Candidate A
Dieses Argument überzeugt mich mehr. Was mich aber stört, ist der Eingriff in die Freiheit. Viele Menschen fahren gern schnell, wenn die Straße frei ist, und gefährden dabei niemanden.
Henrik · Candidate B
Freiheit ist wichtig, aber sie endet da, wo andere gefährdet werden. Auf einer vollen Autobahn kann ein einziger Raser einen schweren Unfall verursachen.
Amara · Candidate A
Da hast du nicht unrecht. Trotzdem frage ich mich, ob man ein Tempolimit auf allen Autobahnen überhaupt kontrollieren könnte. Dafür bräuchte man sehr viele Blitzer.
Henrik · Candidate B
Ich glaube, die meisten Menschen halten sich an Regeln, wenn sie klar sind. Das sieht man in anderen Ländern auch.
Examiner
Bitte fassen Sie zum Schluss Ihre Position zusammen.
Henrik · Candidate B
Ich bin klar für ein allgemeines Tempolimit, weil es mehr Sicherheit bringt und gut für die Umwelt ist.
Amara · Candidate A
Ich war am Anfang eher dagegen, aber das Umweltargument hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich könnte mir ein Tempolimit von 130 vorstellen, wenn es sinnvoll kontrolliert wird. Ganz überzeugt bin ich aber noch nicht.
Examiner
Vielen Dank. Damit ist die Prüfung beendet.
Useful phrases for Teil 2
Arguing your case
- Ich sehe das etwas differenzierter.I see it in a more nuanced way.
- Eine Empfehlung ist aber keine Regel.But a recommendation isn't a rule.
- Das eine schließt das andere doch nicht aus.One doesn't rule out the other.
- Was mich aber stört, ist …But what bothers me is …
Changing your mind (a little)
- Dieses Argument überzeugt mich mehr.That argument convinces me more.
- Da hast du nicht unrecht.You're not wrong there.
- Ich war am Anfang eher dagegen, aber …At first I was rather against it, but …
- … hat mich zum Nachdenken gebracht.… made me think.
- Ganz überzeugt bin ich aber noch nicht.But I'm not completely convinced yet.
How to practise with these samples
- Open the sheets for one sample and set a timer for 15 minutes, the same preparation time as in the exam. Make short notes, not full sentences.
- Play the conversation with a partner, then swap roles so you both practise A and B.
- Only now read the model dialogue. Which marked phrases could you have used?
- Do the same sample again a few days later with your own opinions and examples.
For more phrases, see the Goethe-Zertifikat B2 Redemittel collection. When you are ready to test the written parts too, the Logami Goethe-Zertifikat B2 mock exam gives you those sections with real timing and instant results.
Continue your Goethe B2 preparation
Turn these phrases into a real score: practise on authentic Goethe B2 exams, then explore the rest of the level.
